Beratungsmodell

Bildungsberatung für Branchenverbände und ihre Mitglieder

Angesichts der vielfältigen Aufgabenstellungen von zielgruppenorientierten Branchenverbänden und der Vielschichtigkeit des Themas Aus- und Weiterbildung hat der AJT ein Betreuungsmodell für Mitglieder anderer Verbände entwickelt. Dieses Modell stellen wir nachfolgend vor und zur Diskussion.
Selbstverständlich handelt es sich nur um einen Entwurf, der sowohl prinzipiell als auch bezüglich der einzelnen Vorstellungen der jeweiligen Verbände diskutiert und/oder modifiziert werden kann.
Ansatzpunkt ist die Situation, dass eigentlich alle Verbände einerseits das Thema Bildung behandeln wollen/müssen, es aber andererseits oftmals in der Prioritätenliste dann doch relativ weit hinten steht. Angesichts der Vielfalt der Angebote und der beteiligten Parteien ist die dann mögliche Behandlung für manche Verbände nicht befriedigend. Gleichzeitig stellen sich für fast alle Verbände angesichts sinkender Mitgliederzahlen Fragen wie Kernkompetenzen, schlanke Verwaltung und Kostenoptimierung.
Und da setzt unser Modell an, mit dem wir unsere Aufgabe als Fachverband wahrnehmen und zu Gunsten sowohl des Leistungsangebots der anderen Verbände als auch ihrer Mitglieder nutzbringend einsetzen können.

Beratungsmodell – Der Entwurf

Das Thema Bildung ist wie es das Grundkonzept des AJT sagt eines von vielen Themen aller Branchenverbände. Andererseits ist es bei keinem dieser Verbände wirklich ein Hauptthema.
So kommt es, dass viele Arbeiten wie Informationssammlung und Publikationen doppelt und dreifach gemacht werden und kaum jemand wirklich umfassend beraten kann.
Die Bemühungen aller Verbände um eigene Schulungsangebote kommen meist auch über das Stadium eines Rumpfprogramms oder ausschließlicher Adaptionen nicht hinaus.
Im Verhältnis dazu entstehen aber bei diesen Verbänden relativ hoher Organisationsaufwand sowie Organisations- und Personalkosten für dieses Thema. Aber kein Verband kann es sich leisten, das Thema völlig auszuklammern.
Und dafür steht der AJT bereit. Der AJT bietet nun dieses Modell an, mit dem andere Verbände einerseits ihren Mitgliedern weiterhin die volle Beratung zum Thema Aus- und Weiterbildung bieten können (oder wahrscheinlich sogar noch umfassender), sie aber andererseits in einer Art Outsourcing ihre eigene Struktur entlasten und sich auf ihre Kernkompetenzen und Aufgaben konzentrieren können. Und letztlich handelt es sich um eine ganz sicher kostengünstige Lösung.
Denkbar sind aus unserer Sicht drei wahlweise und aufeinander aufbauende Stufen.

Beratungsmodell – Stufe 1

Mitglied im AJT ist der jeweilige Verband, d.h. eventuelle Vorteile aus der Mitgliedschaft genießt zunächst der Verband und nicht seine Einzelmitglieder.
Der Verband ist automatisch durch einen von ihm zu benennenden Vertreter in alle Aktivitäten und Entscheidungen des AJT eingebunden.
Dieser Vertreter bringt die speziellen Interessen und auch Anforderungen des Verbandes in den AJT ein, formuliert entsprechende Fragestellungen und Themen und beteiligt sich (möglichst aktiv) an der Bearbeitung und Umsetzung.
Der Verband stellt seine Kontakte zu Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen im gemeinsamen Interesse am Ausbau der Möglichkeiten des AJT zur Verfügung, z.B. Förderung durch öffentliche Mittel, Förderung des AJT in Form von Finanz- oder Sachleistungen, in Form von Beiträgen, Spenden oder Sonderkonditionen, Mitgliedschaften einzelner Unternehmen o.ä.
Der Verband zahlt hierfür den Mitgliedsbeitrag des AJT für Institutionen.

Beratungsmodell – Stufe 2

Der AJT übernimmt komplett die allgemeine Beratung der Mitglieder des Verbandes in Fragen der Aus- und Weiterbildung.
Damit kann die Geschäftsstelle des Verbandes zukünftig entsprechende Anfragen direkt an den AJT verweisen – und bietet seine Mitgliedern trotz entsprechend verschlanktem Management den gleichen oder wahrscheinlich sogar umfassenderen Service zu diesem Thema.
Für die Übernahme dieser Aufgabe zahlt der Verband an den AJT einen jährlichen Mitgliedsbeitrag pro Verbands-Mitglied. Details über Abrechnungsmodus und Höhe des Beitrags sind noch festzulegen.

Beratungsmodell – Stufe 3

Die Planung, Ausschreibung, Organisation und Bildung eigener Seminarangebotes des Verbandes werden ebenfalls quasi outgesourct. Dabei wird dieses Angebot selbstverständlich nur im Namen und im Auftrag des Verbandes laufen. Hierzu gibt es natürlich einige Fragen zu klären, aber denkbar wäre folgendes Grundmodell:

Der Verband meldet seine Vorstellungen an den AJT (=Bringschuld) und stellt seine ggf. vorhandenen Vorerfahrungen und Kontakte zur Verfügung. Ebenfalls kann er natürlich entsprechende Vorgaben wie feste Dozenten o.ä. fix formulieren.
Der AJT schreibt ansonsten diese Seminare zur Durchführung offen an alle im Fachverband angeschlossenen Bildungsträger aus – ggf. in einem späteren Schritt nur an solche mit Gütesiegel, was durchaus denkbar ohnehin irgendwann eine Grundvoraussetzung für Mitgliedschaften von Bildungsträgern im Fachverband werden könnte. Ob sich der AJT mit seinem Standbein als Bildungsträger selbst auch an solchen Ausschreibungen beteiligen darf, ist einer der noch zu klärenden Detailpunkt. Ebenso wie dann die genaue Formulierung für den Veranstalter dieser Seminare u.ä. festzulegen ist.
In jedem Fall ist diese Aufgabe aber eindeutig dem AJT als Fachverband und nicht dem AJT als Bildungsträger zuzuordnen, womit das Argument einer Konkurrenz des AJT als Fachverband zu anderen Bildungsträgern entkräftet ist.
Für die Übernahme dieser zusätzlichen, erweiterten Aufgabe zahlt der Verband an den AJT ebenfalls einen jährlichen Mitgliedsbeitrag pro Verbands-Mitglied, der aber naturgemäß höher liegt als der für Stufe 2. Details über Abrechnungsmodus und Höhe des Beitrags sind auch hierfür noch zu festzulegen.
Wir denken, dass dieses Modell ein attraktives Angebot darstellt, mit dem Verbände das für alle wichtige Thema Bildung ihren Mitgliedern auch weiterhin als Leistung und Service anbieten können, andererseits aber in diesem Spezialthema das Know-How und die Möglichkeiten eines Fachverbandes nutzen und gleichzeitig deutliche Einsparungen vornehmen können.