Abschlussprüfung

Die schriftliche Prüfung

Die Grundlage für die schriftliche Abschlussprüfung ist für alle Auszubildenden zu Tourismuskaufleuten identisch. Die im Ausbildungsvertrag festzulegenden Einsatzgebiete haben lediglich Bedeutung für die mündliche Prüfung. (Fallbezogenes Fachgespräch).

Die schriftliche Prüfung wird je nach Bundesland als Multiple-Choice-Prüfung (Ankreuz-Aufgaben) oder als Prüfung mit offenen Fragen durchgeführt. (Die Multiple-Choice-Prüfung für die Tourismuskaufleute enthält im berufsbezogenen Prüfungsteil Geschäftsprozesse im Tourismus auch Aufgaben in offener Form).

Genaue Anforderungen finden sich im Kapitel über die allgemeinen Änderungen des neuen Berufsbildes: Allgemeine Änderungen

Die schriftliche Prüfung besteht aus drei Teilen:

1) Geschäftsprozesse im Tourismus

2) Kaufmännische Steuerung und Dienstleistungen in der touristischen Wertschöpfungskette

3) Wirtschafts- und Sozialkunde

sowie dem

Fallbezogenen Fachgespräch im Rahmen der mündlichen Prüfung

Die Inhalte der drei schriftlichen Teile ergeben sich aus den Inhalten und Formulierungen des Rahmenlehrplans von 2011:

Für den Prüfungsbereich Geschäftsprozesse im Tourismus bestehen folgende Vorgaben:

1. Der Prüfling soll nachweisen, dass er
a) Produkte und Leistungen gestalten, organisieren und abwickeln,
b) Marketingstrategien entwickeln und umsetzen,
c) Betriebsabläufe organisieren kann;
2. der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;
3. die Prüfungszeit beträgt 150 Minuten.

Für den Prüfungsbereich Kaufmännische Steuerung und Dienstleistungen in der touristischen Wertschöpfungskette bestehen folgende Vorgaben:

1. Der Prüfling soll nachweisen, dass er
a) Steuerung und Kontrolle der touristischen Dienstleistungen sowie der innerbetrieblichen Prozesse durchführen und hierauf bezogene Rechenvorgänge bearbeiten,
b) betriebliche Kennzahlen ermitteln und zur Entscheidungsvorbereitung auswerten,
c) kaufmännische Schlussfolgerungen aus betrieblichen Kennzahlen für den Betriebserfolg ableiten und Lösungsmöglichkeiten entwickeln sowie Kalkulationen durchführen kann;
2. der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;
3. die Prüfungszeit beträgt 90 Minuten

Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen folgende Vorgaben:

1. Der Prüfling soll nachweisen, dass er allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen undbeurteilen kann;
2. der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;
3. die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.
Für den Prüfungsbereich Fallbezogenes Fachgespräch bestehen folgende Vorgaben:
1. Der Prüfling soll nachweisen, dass er
a) Aufgabenstellungen analysieren und Lösungswege entwickeln und begründen,
b) Geografiekenntnisse anwenden, service-, kunden- und ergebnisorientiert sowie situationsbezogen kommunizieren,
c) wirtschaftliche, rechtliche und ökologische Zusammenhänge beachten kann;
2. der Prüfling soll ein fallbezogenes Fachgesprächdurchführen, dabei soll er eine von zwei ihm zur Wahl gestellten Aufgaben lösen; den Aufgabenstellungen ist die gewählte Wahlqualifikationseinheit (Touristik, Geschäftsreisen oder Reiseveranstaltung) zugrunde zu legen;dem Prüfling ist eine Vorbereitungszeit von 15 Minuten einzuräumen;
3. die Prüfungszeit beträgt 20 Minuten

Während die Themen der schriftlichen Teile der Prüfung nur aus den Lernfeldern des Rahmenlehrplans entnommen werden dürfen, ist es bei der mündlichen Prüfung durchaus möglich, auch Zielgebiete zum Gegenstand des Prüfungsgespräches zu machen, die nicht in den Lernfeldern genannt werden!

Der Prüfling kann sich auf den ausgewählten Prüfungsvorschlag 15 Minuten lang vorbereiten. Das anschließende Prüfungsgespräch soll maximal 20 Minuten dauern.

Wie werden die einzelnen Teile gewichtet?

1. Geschäftsprozesse im Tourismus                                                                                                              40 Prozent,
2. Kaufmännische Steuerung und Dienstleistungen in der tour.Wertschöpfungskette                    20 Prozent,
3. Wirtschafts- und Sozialkunde                                                                                                                   10 Prozent,
4. Fallbezogenes Fachgespräch                                                                                                                     30 Prozent.

Wann ist die Prüfung bestanden / bzw. nicht bestanden?

Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn die Leistungen

1. im Gesamtergebnis mit mindestens “ausreichend” sind, also 250 Punkte erreicht wurden, und

2. in den Prüfungsbereichen Geschäftsprozesse im Tourismus und Fallbezogenes Fachgespräch mit
mindestens„ausreichend“,
3. in mindestens einem der übrigen Prüfungsbereiche mit mindestens „ausreichend“
und
4. in keinem Prüfungsbereich mit „ungenügend“bewertet worden sind.
Die Fächer Geschäftsprozesse im Tourismus und Fallbezogenes Fachgespräch bezeichnet man als Sperrfächer!

Sollte ein Prüfling in der schriftlichen Prüfung eine 5 geschrieben haben, kann diese nicht ausgeglichen werden und bleibt im Handelskammerzeugnis stehen. Wurden zwei 5 geschrieben, so kann der Prüfling wählen, in welchem Prüfungsteil eine Ergänzungsprüfung stattfinden soll – sollte die 5 im Prüfungsteil Geschäftsprozesse im Tourismus geschrieben worden sein, muss in diesem Teil die Ergänzungsprüfung stattfinden.

Die Ergänzungsprüfung wird im Anschluss an die mündliche Prüfung abgelegt.

Im neuen Berufsbild, bedeutet eine 6 nicht automatisch, dass die Prüfung nicht bestanden ist.

Wenn es rechnerisch möglich ist und keine anderen Prüfungsteile ausgeglichen werden müssen, kann in bestimmten Fällen eine 6 im Rahmen einer Ergänzungsprüfung ausgeglichen werden und zum Bestehen führen.

Wie errechnet sich die Endnote?

Touristik und Reiseverkehr Erzielte Punktzahl x 2 =      Teil 1
Steuerung und Kontrolle Erzielte Punktzahl x 1 =      Teil 2
Wirtschafts- und Sozialkunde Erzielte Punktzahl x 0,5 =      Teil 3
Praktische Übung Erzielte Punktzahl x 1,5 =      Teil 4
Gesamtpunktzahl =      Summe

Die Gesamtpunktzahl muss über 249,75 Punkten liegen. Ansonsten ist die Prüfung trotz einer möglichen Kombination von 4/5/4 im Schriftlichen nicht bestanden.

Die Gesamtpunktzahl wird durch 5 geteilt.

Das Handelskammerschema sieht folgende Noten für die entsprechenden Punktzahlen vor:

00 – 29 Punkte ungenügend
30 – 49 Punkte mangelhaft
50 – 66 Punkte ausreichend
67 – 80 Punkte befriedigend
81 – 91 Punkte gut
92 – 100 Punkte sehr gut

Für Ihre speziellen Fragen geben wir Ihnen gerne weitere Auskünfte. Diese erfolgen ebenso wie die Angaben im obigen Text nach bestem Wissen und ohne Gewähr.

AJT e.V.
Tel: 02203 183 14 60
Fax: 02203 183 10 88
info@ajt-fachverband.de