|
|
 |
| Pressemeldung vom 27.01.09 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Neuordnung des Berufsbildes nicht ohne Einbeziehung der Branche |
 |
 |
Die wenigsten werden es bisher bemerkt haben - das Berufsbild der
Reiseverkehrskaufleute wird höchstwahrscheinlich neu
gestaltet. Momentan bereitet ein Ausschuss unter Federführung
des DRV einen Entwurf vor, der am 01.04.2009 beim BIBB (Bundesinstitut
für Berufsbildung) eingereicht und
erfahrungsgemäß „durchgewunken“ wird. Für
eine Einflussnahme auf die Neuordnung ist also nur noch wenig Zeit.
Nach unseren bisherigen Informationen sieht die Neuordnung eine
Stufenausbildung (Slogan des DIHK: Dual mit Wahl) vor, bei der in der
ersten Phase (erstes und eventuell zweites Ausbildungsjahr)
„Kernkompetenzen" vermittelt werden sollen. In der zweiten Phase ist
eine Spezialisierung durch die Auswahl verschiedener Module vorgesehen.
Die Spezialisierung führt dann zu Reiseverkehrskaufleuten
Vermittlung, Reiseverkehrskaufleuten Firmendienst,
Reiseverkehrskaufleuten Veranstaltung und eventuell
Reiseverkehrskaufleuten Freizeit und Touristik.
Was genau in den Bereich der Kernkompetenzen einzuordnen ist, ist noch
nicht bekannt.
Bei einer Runde von Bonner Ausbildungsbetrieben, an der der AJT
Fachverband für touristische Aus- und Weiterbildung
teilgenommen hat, wurde dieses Modell für eine Neuordnung
abgelehnt. In der dortigen Diskussion wurden folgende Nachteile des
Modells herausgearbeitet:
- Spezialisierung führt zu geringeren Chancen am
Arbeitsmarkt, da Reiseverkehrskaufleute dann nur noch in ihren
Spezialgebieten eingesetzt werden können.
- Gerade die kleineren und mittelständigen
Unternehmen benötigen "Allrounder", die flexibel einsetzbar
sind und sich gegenseitig bei Urlaub oder Krankheit vertreten
können - die Mehrheit der Ausbildungsbetriebe kommt aus diesem
Bereich.
- Kunden, die Bausteinreisen buchen möchten,
müssten dann zukünftig von Spezialist zu Spezialist
für die einzelnen Bausteine im Unternehmen weitergereicht
werden.
- Je nach Gestaltung der "Kernkompetenzen" können
Auszubildende im Büro erst bedeutend später
tatsächlich eingesetzt werden.
- Die Spezialisierungen "Firmendienst", "Veranstaltung" sowie
"Freizeit und Touristik" werden wohl nur von den
Berufsschulen in Großstädten angeboten werden
können, da nur dort genügend Auszubildende
zusammenkommen. Damit müssten dann viele Auszubildende lange
Wege zur Berufsschule in Kauf nehmen und die Ausbildungsbetriebe mit
längeren Abwesenheitszeiten der Auszubildenden rechnen.
Vorteile der Spezialisierung können eigentlich nur bei den
Konzernen auftreten, die eine entsprechende Abteilungsstruktur haben,
oder bei sehr stark spezialisierten Unternehmen (z.B.
ausschließlich im Geschäftsreisebereich
tätiges Reisebüro). Diese Unternehmen stellen aber
die Minderheit der Auszubildenden in der Branche.
Der AJT Fachverband für touristische Aus- und Weiterbildung
sieht ebenfalls die Notwendigkeit einer Neuordnung des Berufsbildes.
Allerdings sollte dabei die Ausbildung eher wieder breiter angelegt
werden, als noch eine weitere Zersplitterung zu erfahren. Dass
ausgebildete Reiseverkehrskaufleute bestimmte Destinationen
überhaupt nicht kennen, während sie in anderen
Zielgebieten quasi jeden Baum und Strauch verinnerlicht haben, ist ein
Unding und gehört abgeschafft. Zielgebietskenntnisse sind das
A und O der Ausbildung, egal ob Pauschalreisen,
Geschäftsreisen oder "nur" Fahrkarten oder Flugtickets
vermittelt werden. Darüber hinaus muss das
verkäuferische Element stärker in die Ausbildung
einfließen. Nicht nur zu beraten sondern auch die
Abschlussfrage zu stellen - muss in der Ausbildung verankert werden.
Sicherlich ist auch die Frage der Technik in die Ausbildung
aufzunehmen. Die TOMA-Maske mal in ausgedruckter Form gesehen zu haben,
ist nicht wirklich hilfreich für den Alltag von Expedienten.
Der AJT fordert daher den DRV und die Unternehmen der Branche auf, den
geplanten Unsinn der Neuordnung zu stoppen. Die DRV-Arbeitsgruppe
sollte vielleicht zunächst einmal den Kontakt mit der Branche
suchen und dabei nicht nur mit TUI, Thomas Cook, ReWe, AMEX, Carlson
Wagonlit Travel etc. reden. Schauen Sie bitte genau hin, wo die Masse
der Ausbildungsplätze herkommt!
|
 |
|
 |
| Ansprechpartner |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Ihr Ansprechpartner zu dieser Pressemeldung: |
 |
 |
Geschäftsstelle AJT - Fachverband e.V |
 |
 |
Thomas Oepen |
 |
 |
Tel: 0228 390 43 79
Fax: 0228 390 43 80 |
 |
 |
|
 |
|
 |
| Download |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Zu dieser Pressemeldung stehen die folgenden Dokumente zum Download zur Verfügung: |
 |
 |
|
 |
|
 |
|
|