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Ausbildung? |
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Einige Vorkommnisse in den letzten Wochen lassen beim AJT -
Fachverband für touristische Aus- und Weiterbildung e.V. Zweifel an der
Qualität der Ausbildung der Reiseverkehrskaufleute aufkommen! |
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Beispiel 1: Ausbildung ohne Berufsschule |
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Eine kleine Reisebürokette in Süddeutschland beauftragt
den AJT mit der Durchführung von Prüfungsvorbereitungsseminaren für
deren fünf Auszubildende, die in Kürze zur Prüfung anstehen. Zu Beginn
der 5-tägigen Veranstaltung stellen die Dozenten dann fest, dass die
Auszubildenden, in Absprache mit der zuständigen IHK, keine Berufsschule besucht
und daher keinerlei theoretischen Unterricht erhalten hatten. Was in den Bereichen
Flug, Bahn und Geografie noch einigermaßen auszugleichen war, da dort durch die
Praxis Kenntnisse erworben wurden, wirkte sich für die Fächer
"Kaufmännische Steuerung und Kontrolle" sowie "Allgemeine
Wirtschaftslehre" verheerend aus. Hier sollte der Berufschulstoff von drei
Ausbildungsjahren in zwei Tagen nachgeholt werden! |
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Beispiel 2: Andere Länder - andere Sitten |
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Ein Dozent aus einem Prüfungsvorbereitungsseminar des AJT
berichtet von einer Auszubildenden, die nach wenigen Stunden das Seminar
verlässt. Als Begründung führt sie an, dass sie den ganzen Stoff nicht
verstehe, da sie das in der Schule nicht bzw. nur rudimentär behandelt
hätten. Das wäre allerdings nicht so tragisch, da in ihrem Bundesland die
Abschlussprüfung von den Berufsschullehrern erstellt wird und die nur das
drannehmen, was auch Thema im Unterricht war. Es ist anzumerken, dass sich die
Inhalte der Prüfungsvorbereitungsseminare streng am Rahmenlehrplan für
Reiseverkehrskaufleute orientieren! |
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Beispiel 3: Weiterbildung für Berufsschullehrer |
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Unter den Teilnehmern eines AJT-Seminars zum Thema
"Reiseveranstaltung" befinden sich auch drei Berufsschullehrerinnen. Sie
erklären, dass sie das Seminar besuchen, weil sie dieses Thema ja nun seit
Jahren unterrichten müssten (Anmerkung: die Fachrichtung Reiseveranstaltung
wurde erst im neuen Berufsbild 1998 eingeführt), allerdings wenig bis keine
Ahnung von Planen, Organisieren und Durchführen von Reisen hätten. Sie
wären froh, dass sie durch Zufall das Angebot des AJT gefunden hätten, da
es sonst keine Schulungen oder Weiterbildungsmaßnahmen für dieses Thema
gibt! |
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Sicherlich sind diese Beispiele Einzelfälle.
Wir fragen uns jedoch, ob es sich dabei tatsächlich nur um Einzelschicksale oder
aber die Spitze des Eisbergs handelt. Hier sollten die Verantwortlichen (DIHK,
Kultusministerkonferenz und Branchenverbände) schnell für Klarheit sorgen.
Die Auszubildenden haben einen Anspruch auf eine qualitativ gute Ausbildung und die
Unternehmen der Branche haben einen Anspruch auf gut ausgebildete Mitarbeiter. |
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